Lebst du schon oder jammerst du noch?

Bild: mentalLOVE Blog Jammern

"Und dann musst du dir vorstellen, hat sich Charly einfach in den Mittelpunkt gedrängt, obwohl ja ich eigentlich die Präsentation gehalten hab! Das hat mich so geärgert! Und der Chef hat ihn gleich voll gelobt. Eigentlich hab ja ich die ganze Arbeit geleistet. Charly hat mir nur bei der Recherche geholfen. Ich find das unfair, ich bin schließlich..." lässt Bettina verärgert ihren Frust beim Cocktail mit ihrer besten Freundin aus.

Ich sitze gerade daneben und die junge Dame regt sich so lautstark auf, dass es mir nicht ganz möglich ist, wegzuhören. Ich überlege, ob ich mich wegsetze, schließlich will ich dieses Gejammere ehrlichgesagt nicht hören. Aber ich bleibe sitzen und genieße den wunderbaren Brunch.

 

Ich bin gut drauf, also beschäftigt es mich nur insofern, dass ich mir denke, wie schade es eigentlich ist, dass man sich mit der besten Freundin trifft und dann über so viele negative Dinge redet. Dass der Kollege nach einer halben Stunde Frustablass der Freundin "noch wohin musste" und die beiden Damen alleine lässt, wundert mich nicht. ;)

 

Vielleicht glauben wir, negative, empörende Geschichten sind interessanter? Vielleicht wollen wir den anderen zu einem "unfassbar!" bringen oder aber wir wollen einfach nur Aufmerksamkeit oder jemanden, der uns bemitleidet. Oder wir brauchen einfach nur gerade jemanden, der uns zuhört.

 

Ich weiß ja nicht, wie es dir geht, aber ich persönlich treff mich am liebsten mit Leuten, mit denen ich viel lache und Spaß hab. Da erzählen wir uns gegenseitig lustige Geschichten, powern uns beim Sport aus oder machen gemeinsam einen Kurs, der uns Freude bereitet. Da freut sich der eine über den Erfolg des anderen. Da geht's mir gut, da fühl ich mich wohl.

 

Mit welchen Personen in deinem Leben fühlst du dich besonders glücklich? Bei wem geht's dir so richtig super? Bei der frustrierten Single-Freundin Carla, die bei jedem Treffen über die blöden Männer schimpft oder bei der lebensfrohen Sonja, die dir Komplimente macht und mit der du immer deinen Spaß hast?

Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht: Du hast auf jeden Fall Recht.             - Henry Ford

Natürlich gibt es mal Situationen, in denen man mal seine Wut und seinen Frust rauslassen möchte. Das ist auch vollkommen ok und auch gut, wenn du sie rauslässt! Es ist in Ordnung, sich mal schlecht zu fühlen und einfach mal eine Schulter zum Anlehnen zu brauchen. Wichtig ist, dass du weißt, wie du aus diesem negativen Gefühl, aus dieser Opferhaltung wieder rauskommst. Ob du darüber redest, Sport betreibst, mal in der Schreikammer deine Dezibel messen lässt (gibt's im technischen Museum ;) ) oder einfach mal deine Ruhe brauchst, liegt ganz bei dir. Ein Coach ist in diesen Situationen natürlich auch sehr hilfreich.

 

Mir geht es mehr um die normalen Gespräche mit deiner Familie und mit deinen Freunden. Erzählst du von den schönen Erlebnissen oder tratscht du über die schlampige Arbeitskollegin?

 

Hast du Spaß bei deiner Erzählung oder krampft sich alles zusammen? Wie geht es dir umgekehrt, wenn du dich mit einem guten Freund triffst und ihm zuhörst? Fühlst du dich nach dem Gespräch so richtig ausgelaugt, oder bist du voller Energie?

 

In einer anderen Situation sitz ich in der Straßenbahn und zwei 70-Jährige unterhalten sich.

Karl sitzt gebückt und etwas geschwächt auf seinem Platz, hat einen Gehstock in seinen zittrigen Händen und blickt auf zu Sepp. Dieser steht aufrecht, lächelt und wirkt voller Energie.

 

Als ich dem Gespräch lausche, bekomme ich innerhalb von Sekunden einen Einblick, warum die beiden so unterschiedlich sind. "Dann war ich so lange im Krankenhaus und es wollte einfach nicht verheilen. Damals bin ich ja vom Pferd gefallen, das war eine schlimme Aktion. Ja, sowas passiert mir leider immer wieder..."

 

Karl erzählt von seinen Krankheiten und hat eine sehr negative Sicht auf die Dinge. Sepp hingegen lächelt ihn ermunternd an und erwidert "ich bin auch mal vom Pferd gefallen, aber weißt du, das passiert halt einfach. Jetzt geht's mir wieder gut."

 

Und das erinnert mich an:

Die eigene Einstellung ist so wichtig.

Ich hab mal in einer Firma gearbeitet, in der das Betriebsklima schon so negativ von Schimpfen, Nörgeln und hinter-dem-Rücken-Reden geprägt war, dass ich es nach einer Zeit fast nicht mehr ausgehalten habe. Die Kolleginnen haben sich gegenseitig ausgespielt, es wurde ständig über Kunden geschimpft und ich war diesem Umfeld den ganzen Tag ausgesetzt. Das verleitet dazu, dass man selbst zu tratschen und nörgeln beginnt und sich dem Kaffee-Klatsch anschließt, was ich aber absolut nicht wollte. Ich bin ein sehr positiver, lebenslustiger Mensch und mit meinen Kunden hatte ich oft meinen Spaß! 

 

Es hat aber auch dazu geführt, dass ich am Ende des Tages stark ausgelaugt war - als hätte mir jemand meine ganze Energie abgesaugt. Unter anderem hatte das auch damit zu tun, dass es einfach nicht meine Berufung war, aber dazu mehr in einem anderen Artikel. Zu meinem Glück gab es einen wahnsinnig tollen Kollegen, mit dem ich immer sehr viel Spaß hatte. Ich fing an, mehrere Projekte mit ihm gemeinsam zu machen und mich so von den anderen abzuschotten und das hat eine Zeit lang super funktioniert.

 

Trotz alledem, bin ich sehr dankbar für die Erfahrungen, die ich in der Firma machen durfte. Ich habe sehr viel gelernt und es haben sich viele schöne Möglichkeiten ergeben. Und diese Einstellung möchte ich dir gerne mitgeben: Wenn du es schaffst, dankbar zu sein für die negativen Erfahrungen in deinem Leben, machst du es dir leichter. :)

 

Verbringe mehr Zeit mit Menschen, die dich gern haben, die dich loben und bei denen es dir so richtig gut geht. Und vor allem: sei selbst jemand, mit dem man viel Spaß hat und sich super fühlt, wenn man sich mit dir getroffen hat. ;)

 

Eine tolle Möglichkeit, deine Aufmerksamkeit mit einem Armband zu schulen, erzähl ich dir in diesem Video:

Jetzt verrate mir: Mit wem triffst du dich besonders gerne und wann geht's dir so richtig gut? ;)

 

finde deine wahre Liebe! ;)

 

deine

Susi

 


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Kommentare: 2
  • #1

    FashionqueensDiary (Donnerstag, 22 September 2016 17:50)

    Sehr, sehr schöner Beitrag :-) Auch ich habe für mich lernen müssen, dass die negativen Erfahrungen einen eigentlich nur voranbringen und stärker machen - dafür bin ich jetzt (selbstständig) so glücklich wie nie zuvor!

  • #2

    Susi (Donnerstag, 22 September 2016 22:20)

    Dankeschön. :)
    Und das freut mich natürlich sehr zu hören, dass du glücklich bist! Immer schön, wenn jemand aus negativen Erfahrungen gestärkt hervorgeht. :)